Trennung


Geliebte Menschen, die sich von uns verabschieden - sei dies durch eine Trennung oder gar Tod - hinterlassen eine brennende Verletzung im Herzen eines jeden...

Kein seelischer Schmerz sei grösser als der, wenn eine Mutter ihr Kind verliert. Das können wir gut nachempfinden und es käme uns nie in den Sinn, diese Aussage in Frage zu stellen.
«Ich habe mein Kind neun Monate unter meinem Herzen getragen» erzählen Mütter oft, und in ihren Augen spiegelt sich eine Emotion, die tief aus der liebenden Seele strahlt.

Wenn das bei uns Menschen so ist, könnte es dann nicht auch sein, dass Tiere genauso empfinden? Ist es möglich, dass eine Kuh, die ihr Kind ebenfalls neuen Monate unter ihrem Herzen trug, nicht eben genau diese Emotion und Bindung zu ihrem Baby durchlebte?

Der Mensch gesteht all diese Gefühle den Tieren nicht zu. «Instinkt» nennt er es abfällig und spricht ihnen somit jegliche Empfindung der Liebe und Fürsorge ab. Das MUSS er, denn sonst wäre es unmöglich, einem fühlenden Wesen, sein Neugeborenes weg zu nehmen. Dies geschieht in der Milchindustrie jeden Tag. Nur schon der Ausdruck «Milchindustrie» zeigt, dass das Tier degradiert wird zu einer Maschine; einer Melkmaschine, die man anzapft für des Menschen Gier nach Milch und Käse.

Nicht nur einmal oder zweimal, nein, bis zu fünf Mal in ihrem kurzen Dasein, muss die arme Mutterkuh fassungslos mitansehen, wie man ihr das Liebste entreisst: Ihr Kind! Nicht selten wird sie Zeuge davon, wie man ihr Baby direkt vor ihren Augen erschiesst oder in Gülle ertränkt, um den Überschuss an männlichen Kälbern zu «regulieren». Ihr gerade Neugeborenes ist Abfall, nichts wert! Reines und unschuldiges Leben wird skrupellos vernichtet durch den Menschen, der kein Mitgefühl aufbringt!

Solche Szenarien berichten auch Kriegsversehrte, die schockiert erzählen, wie man ihr Kind vor ihren Augen umbrachte oder verschleppte. Wir sind erstarrt vor Entsetzten, wenn wir solche Gräueltaten hören. Erzählt man den Leuten jedoch, dass wir genau dies auch mit sogenannten Nutztieren machen, dann kommt keine Regung der Empathie! Wir haben diese Grausamkeit, die wir den Tieren antun einfach verdrängt und viele wollen auch nichts davon wissen. Sie nennen es «extrem», wenn Tierrechtsaktivisten darauf aufmerksam machen, dass der Konsument von Milchprodukten ein absolut brutales Verbrechen unterstützt, das an Unmenschlichkeit nicht zu übertreffen ist!

Noch tage- und wochenlang rufen die Mutterkühe nach ihren Kälbern; Stunde um Stunde.
Ich habe sie gehört, diese Schreie und sie hallen heute noch nach.
Es sind Schreie der irren Verzweiflung, der abgrundtiefen Trauer und der Fassungslosigkeit. Schreie, die verdeutlichen, dass der Mensch rücksichtslos sich alles nimmt, was seinem Egoismus dient, ungeachtet dessen wie viel Schmerz und Leid er über andere beseelte Wesen bringt.

Wer einmal die wehklagenden Rufe einer Mutterkuh vernahm, wird sie nie mehr vergessen...

Text by: Bea Kälin