Kleine Herzen


Milliarden kleiner Herzen hörten im vergangenen Jahr auf zu schlagen. Kleine Herzen, die nichts anderes wollten als zu pochen im Gleichklang mit allen Herzen auf diesem Planeten.
Kaum auf der Welt versiegte ihr Lebensstrom-.
Ihre Seelen wurden ausgehaucht in kalten Schlachthöfen, stickigen Hallen, engen Transportern und auf blutigen Betonböden...

Keiner wird ihrer Gedenken, keine Trauerreden werden gehalten oder Kränze niedergelegt.
Ihre Lebenslichter erloschen, noch eh sie begreifen konnten, was Leben überhaupt bedeutet. Unsägliche Qualen blieben unerhört. Eingewickelt in das Vakuum der Ignoranz, erstickte man ihr Wehklagen in der dunklen Höhle der Angst.

Schon wieder ging ein Jahr zu Ende, ohne Rettung der armen Wesen, ohne Anteilnahme an ihrem tragischen Schicksal. Wie viele Jahre werden es noch sein, in denen der Mensch die Augen verschliesst vor einem Elend, dessen Schmerz bis zum Himmel schreit - quer über den ganzen Globus?

Und während ich diese Zeilen schreibe werden schon wieder Millionen fühlende Wesen hingerichtet nur um des Menschen Wohlgefallen. Und die nächsten Tierbabys, die das Licht der Welt erblicken, haben keine Chance auf Gnade. Über ihnen blitzt bereits die geschliffene Messerklinge, die ihre jungen Kehlen durchschneiden wird, noch bevor sie ahnen konnten, wer ihre Mama war.

Ich frage in die Stille der Trauer: Wie lange wollen wir das noch tolerieren? Wann werden wir den Weg in unsere Herzen finden, die auch mal klein waren und fühlten, dass alle Herzen schlagen wollen?

Die Kerze, die ich angezündet habe, brennt für all die kleinen vergessenen Seelen, deren letzter Gang über die Regenbogenbrücke unbegleitet blieb, und die niemals die Wärme der Liebe und Wertschätzung haben spüren dürfen.

Namasté meine innig geliebten Tiere. Seid umschlungen in meinem Herzen, das um euch weiterkämpfen wird - für immer!

Text by: Bea Kälin