Ignoranz und Verdrängung

Erwähnt man den Begriff  "Holocaust" in Zusammenhang mit dem Massenmord an Tieren, kommt viel Ablehnung auf in der Bevölkerung.

Holocaust kommt aus dem griechischen "holokaustus", ist seit 2'500 Jahren bekannt und bedeutet: Völlig verbrannt oder völlige Vernichtung. Das zugehörige Substantiv "holocautoma"  bezeichnete im Altertum eine Brandopferung der Tiere.
1895 wurde der Begriff erstmals im Zusammenhang mit einem Massaker an Armeniern verwendet; ein Massenmord an einer Ethnie.

Wenn man das obige liest, dann wird klar, dass die Versklavung und Vernichtung von Milliarden von Tieren durchaus ein Holocaust ist. Ob es sich dabei um eine Ethnie oder - wie im Falle der Tiere - um eine Spezies handelt, spielt dabei überhaupt keine Rolle.

Es gibt etliche Aussagen von ehemaligen jüdischen KZ-Häftlingen, die den Vergleich mit dem Holocaust an Tieren bestätigen. Manche von ihnen gehen sogar soweit und sagen, dass es für Tiere noch die grössere Hölle sei, da sie die Situation weder einordnen, noch die Möglichkeit hätten, durch einen provozierten Mord ihrer Peiniger, sich aus der Situation zu befreien.

Text by: Bea Kälin

Video: Gio - Schau nicht weg!


Wir sind Meister im Verdrängen und unser ganzes Gesellschaftssystem hilft uns auch noch dabei!
Gerade die Fleisch- und Werbeindustrie ist mit Akribie darauf bedacht, dass wir ihren schönen Bildern von glücklichen Hühner, Kühen und Schweinen glauben.
In der Schweiz zum Beispiel ist es Tradition, dass es einmal im Jahr die sogenannte "Metzgete" gibt. Auf den Speisekarten werden dort lustige Schweinchen gezeichnet, die fröhlich den Gast angrinsen, gerade so, als würde sie sich freuen demnächst auf dem Teller zu landen.
Auch von den Milchpackungen strahlen uns die Kühe von ihren sattgrünen Wiesen an und scheinen so gar keinen Verdruss zu haben über den Verlust ihres Babys, welches man ihnen gleich nach der Geburt weggenommen hat.

Dennoch glaube ich, dass wir ganz tief im Inneren schon wissen, dass es bei der Wahl unseres Essens Opfer gab. Man redet sich sein Steak schön, indem man sagt, es sei ja ein glückliches Tier gewesen; ein Bio-Kalb, ein Bio-Schwein. Selbstverständlich "vom Metzger des Vetrauens", bei dessen Endprodukte es sich ebefalls um gemordete Tiere handelt, die den genau gleichen Schlachtprozess erleben mussten wie alle anderen auch!
Wenn es also darum ginge, dass es ein moralisch gerechtfertigtes Kriterium ist, ein sogenanntes glückliches Tier zu verspeisen, dann müssten wir zuallererst unseren Hund oder unsere Katze essen, denn die hatten bis Dato bestimmt ein tolles und glückliches Leben.
Was bedeutet "Bio" für die Tiere? Ist es wirklich das, was wir uns darunter vorstellen?