Der Delphin

Sie hat gerade ihr Baby verloren-.
Plötzlich schwamm ein lebloser Körper vor ihr.
Sanft schupst sie es mit der Nase nach oben.

Noch einmal berühren, riechen, zärtlich sein.
Noch einmal schmerzerfüllt Abschied nehmen.
Noch einmal das so Geliebte von einem Beckenrand
zum anderen tragen.

Klein und beschränkt sind die Kreise im Wasser der Gefangenschaft.
Kahl und hart, öde und in grau erstarrt die Wände der Begrenzung...

Ihr Kind wird es nicht mehr durchleiden müssen,
dieses durch Menschenhand erschaffene Leben,
in dem Freiheit nur ein Traum bleiben wird-.

Text by Bea Kälin